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Totalschaden

Im Gegensatz zum Reparaturschaden spricht man als Rechtsbegriff von einem Totalschaden, wenn die Herstellung des unfallbeschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich, unwirtschaftlich oder dem Geschädigten nicht zuzumuten ist. Im ersteren Fall handelt es sich um einen technischen Totalschaden, im zweiten Fall um einen wirtschaftlichen Totalschaden und im letzten Fall um einen unechten Totalschaden. Liegt ein Totalschaden vor, gleich welcher Art, ist der geschädigte Kfz-Eigentümer berechtigt, Schadensersatz in Geld gemäß § 251 Abs. 1 BGB zu verlangen. Andererseits ist der Schädiger und dessen Kfz-Haftpflichtversicherung berechtigt, den Geschädigten in Gels zu entschädigen gemäß § 251 Abs. 2 BGB.

Von einem technischen Totalschaden spricht man, wenn entweder das beschädigte Fahrzeug völlig zerstört ist, oder die Reparatur aus anderen Gründen, etwa weil keine Ersatzteile vorhanden sind, unmöglich erscheint. Zum Kaskorecht hat der BGH entschieden, dass ein technischer Totalschaden dann vorliegt, wenn das Fahrzeug so weit zerstört ist, dass es technisch nicht wiederhergestellt werden kann (BGH NJW 1970, 16o4 = 1970, 758)

Der wohl häufigste Fall des Totalschadens im Haftpflichtschadensrecht besteht darin, dass das Fahrzeug unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Erwägungen nicht mehr reparaturwürdig ist. Eine Reparaturunwürdigkeit liegt dann vor, wenn die Wiederherstellung eines Kraftfahrzeuges bei einem Vergleich zwischen Wiederbeschaffungswert und notwendigen Reparaturkosten als wirtschaftlich sinnlos angesehen wird. Um das Erhaltungsinteresse des geschädigten Kfz-Eigentümers an seinem Fahrzeug zu berücksichtigen, hat die Rechtsprechung Reparaturkosten bis 130% des Wiederbeschaffungswertes zugebilligt (vgl. BGHZ 115, 364 = VersR 1992, 61 m.w.N.; Müller VersR 2005, 1461, 1472). Nach der neuesten Rechtsprechung des BGH muss der Geschädigte das so reparierte Fahrzeug dann mindestens 6 Monate weiter nutzen (BGHZ 154, 395; BGH DS 2008, 226; BGH DS 2008, 227).

Ein unechter Totalschaden liegt dann vor, wenn ein im Zeitpunkt der Beschädigung noch neuwertiges Fahrzeug mit geringer Laufleistung in seiner Substanz erheblich beeinträchtigt worden ist. 

Dies gilt für Neufahrzeuge bis 1000 Kilometer Laufleistung oder einem Alter von einem Monat.

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